Wenn es hektisch wird - bleib erstmal stehen! Wie Angst und Tempo zusammen hängen!

Hilfe! Ich ertrinke in meinen unerledigten Aufgaben!

Kennt jeder, oder? Irgendwann kommt der Punkt, da öffnen wir nicht mal mehr unser Mailprogramm - weil die pure Anzahl von ungelesenen Mails uns fix und fertig macht.

Oder wir öffnen nicht mehr die Tür zum Abstellraum, weil wir das Chaos nicht mehr mit ansehen können.

Wir haben das Gefühl überwältigt zu sein. Und bekommen kaum mehr Luft.

Der Stapel der neuen Aufgaben wächst schneller und schneller. Und es fühlt sich so an als wenn wir in unserem Leben ertrinken.

Immer das selbe - nur schneller

Die Lösung ist für uns dann meistens: Wir versuchen einfach noch schneller zu laufen, noch schneller zu tippen, noch länger zu arbeiten.

Nun ist nichts dagegen einzuwenden, wenn wir mal etwas mehr als üblich arbeiten - aber hier gilt die alte Weisheit:

Die Definition von Schwachsinn ist, immer das selbe zu tun und dabei andere Ergebnisse erwarten!

Oder in unserem Fall:

Schwachsinn ist, immer das selbe noch schneller zu tun und andere Ergebnisse erwarten!

Stop - wir müssen bewusst aussteigen!

Meine ganz persönliche Erfahrung - als auch die von vielen von meinen Mitarbeitern im Team - ist, dass man genau an dem Punkt, wenn die Wellen ganz hoch schlagen und man droht zu versinken - die Notbremse ziehen und die Geschwindigkeit heraus nehmen muss.

Was bedeutet das konkret?

Was uns fehlt ist das Gefühl von Kontrolle, Priorität und Struktur in dem ganzen Chaos. Um das wieder zu erlangen braucht es einen radikalen Schritt.

Willkommen im "Kloster"

Das Beste was man tun kann, ist sich zurück ziehen. Erstmal Ruhe suchen. Und dann ohne Störung von außer sich das Ganze langsam anschauen. Ganz langsam.

Die Projekte neu ordnen, die Aufgaben durchsehen und den Posteingang Schritt für Schritt durchschauen.

Ziel dabei ist es nicht, alles zu erledigen - aber wieder eine Ordnung herzustellen. So dass wir wissen, was wann zu tun ist. Wo alles wieder seinen Platz hat.

Angst und Geschwindigkeit

All dies kann man auch schön sehen wenn jemand Angst hat. Die Bilder in seinem Kopf werden schneller und schneller. Wie ein Teufelskreis dreht es sich im Kopf mit immer höherem Tempo.

Deshalb ist eine wirksame Anti-Angst-Methode Menschen aufzufordern, das was sie im Kopf "sehen" einfach einmal langsamer anzuschauen. In Zeitlupe.

Ich sehe einen Unfall, eine Spinne oder meinen Chef in Rekordtempo auf mich zu kommen - dann einfach mal bremsen und sich dieses angstmachende Bild in extremer Zeitlupe anschauen.

Und man merkt sofort wie die Panik aus unseren Adern weniger und weniger wird.

Deshalb ist es so unendlich wichtig die Geschwindigkeit zu senken, wenn wir das Gefühl haben "wir kommen nicht mehr gegen an".

Konkrete Tipps gegen die Überwältigung

Hier ein paar konkrete Tipps wenn es mal wieder alles zu viel wird:

  • Suche dir einen Raum, in dem du ungestört sein kannst - am besten einen ganzen Tag lang.
  • Niste dich dort ein! Und hole erstmal Luft. Atme tief ein und aus. Ganz langsam!
  • Sei Offline - kein Handy oder Mail!
  • Dann gehe einfach alles durch und räume erstmal nur auf! Und miste aus! Meine Wette: vieles was da auf deinem riesigen Stapel liegt, hat sich lange erledigt.
  • Schaue alle Mails durch und entscheide: kann ich es sofort erledigen oder wann kann ich es bearbeiten? Ziel: Deinen Maileingang leeren!
  • Bringe deine Projekte wieder auf den aktuellen Stand!
  • Atmen nicht vergessen. Immer mal zwischen durch einen Tee kochen und Luft holen.
  • Male ein Mindmap oder was auch immer dir hilft den Überblick zu bekommen.
  • Dann schaue auf alles - und spüre wie sich alles in dir beruhigt!

Überwältigung ist immer ein Gefühl in uns. Und genau an der Stelle sollten wir es auch beseitigen.

Wenn unser Kopf merkt, dass es wieder eine Klarheit in uns gibt - beruhigt sich alles andere auch.

Von innen nach außen ist immer der beste und effektivste Weg - egal was auch immer im Leben passiert.

 

 

 

 

 

 

FührungBoris Thomas