Warum unser Hirn keine Veränderung will!

Was unser Gehirn mag

Unser Hirn verbraucht 20 % und mehr unserer Energie im Körper. Es ist damit unser größter Energieverbraucher. Deshalb achtet die Natur sehr sorgfältig darauf nicht zu viel Energie zu verschwenden – auch nicht im Gehirn.

Wenn das Gehirn arbeitet (wir nennen es auch nachdenken), so verbraucht es mehr Energie. Am wenigsten Energie verbraucht unser Hirn wenn alles um uns herum passt, voraussehbare ist und es nichts gibt, worüber man nachdenken müsste. Unser Gehirn liebt den Zustand der Kohärenz.

Einfach deshalb weil es im Zustand der Kohärenz am wenigsten Energie verbraucht.

Was unser Gehirn nicht mag

Deshalb versucht unser Gehirn alles, um in Zeiten der Unruhe und der Unsicherheit schnellstmöglich wieder den Zustand der Kohärenz zu erreichen. Nichts ist dem Gehirn mehr zuwider als zu viel nachdenken.

Die gewohnten Strukturen infrage stellen ist nicht Aufgabe unseres Gehirns. Es hat nur eine große Funktion: unser Überleben unter allen Umständen sicherzustellen.

Neue Wege gehen, die Revolution ausrufen oder alles bestehende infrage stellen, ist nichts was das Gehirn von sich aus gerne tut. Es kostet Energie und das Überleben scheint nicht sicherer zu sein.

Veränderungsprozesse

Dies ist sicherlich einer der wichtigsten Gründe, warum es uns so unendlich schwer fällt ohne Notwendigkeit eine Veränderung einzuleiten. Wir hätten es gerne dass wir Kraft unserer Erkenntnis voller Begeisterung das Neue suchen.

Die Wahrheit – auch wenn wir auf unser eigenes Leben zurückschauen – ist, dass die Krise immer noch das ist was uns am meisten in eine Veränderung und etwas Neues drängt.

Das schöne deutsche Wort „Notwendigkeit“ beschreibt es wundervoll: „die Not wendet es!“

Transformation

Ich habe hier im Haus einmal das geflügelte Wort geprägt: „Transformation ist nichts für Warmduscher!“

Es ist eben schwere Arbeit. Und unser gesamtes System wehrt sich gegen die Veränderung. Unser Hirn muss Höchstarbeit leisten. Es muss sich neue Gedanken machen und neue Strategien entwickeln. Und das kostet eine Menge Energie.

Ich habe oft das Gefühl, dass Transformation so ein bisschen ist wie als wenn man beginnt ein Auto ohne Motorkraft zu schieben. Am Beginn ist es extrem mühselig die Reibung zu überwinden. Aber dann geht es einfacher und einfacher. Das schlimmste was wir tun können ist jedoch am beginnen wenn es mühselig ist gleich aufzugeben.

Und wenn es dann noch nicht einmal nur um uns selbst geht, sondern um ein ganzes Team welches sich verändern und neu aufstellen muss, ist es eher so als wenn wir einen Zug mit mindestens 50 Anhängern anschieben müssen.

Ohne Illusionen

Ich finde es immer sehr befreiend, sich damit zu beschäftigen wie die Lage wirklich ist. Und unser gesamtes System inklusive unseres Gehirns hat mal von selbst keinerlei Lust auf Veränderung. Es ist mühsam, es kostet Energie und es ist fraglich ob es wirklich dem Überleben dient.

Und so sind wir alle gestrickt. Krisen und Fehlschläge sind doch am Ende unsere besten Lehrmeister.

Bill Gates hat es einmal so formuliert: „Erfolg ist ein verdammt schlechter Lehrer. Er verführt selbst die schlauen Menschen zu der Illusion, sie seien unfehlbar!“

Die Kraft die in jeder Krise steckt, ob privat oder in der Firma, liegt genau in diesem Punkt. Uns dabei zu helfen unsere innere Trägheit und unseren Widerstand zu überwinden, damit Neues passieren kann und wir über unsere selbst ausgedachten Grenzen hinausgehen können.

Und dafür sollten wir dem Lehrmeister „Krise“ dankbar sein.

 

FührungBoris Thomas