Vom Mut weiterzugehen! Warum wir verlieren was wir erhalten wollen - wenn wir festhalten!

Nach meinem Beitrag über die Angst - hier mal was ermutigendes. Über den Mut weiter zu gehen.

Vom Festhalten und Loslassen

Die schwierigste leichteste Übung in unserem Leben ist das Loslassen. Unsere Angst wir könnten etwas verlieren und keine Kontrolle mehr haben, verführt uns immer wieder, dass wir anfangen zu klammern.

Und dieses Klammern macht alles schwer und anstrengend. Aber unsere Panik davor, was passiert wenn wir loslassen und ein kleines bisschen die Kontrolle aufgeben, hält uns fest gefangen.

Wir verlieren was wir bewahren wollen

Wir wollen, dass es so bleibt wie es ist - so beruhigen wir uns selbst immer wieder. Deshalb halten wir die Luft an und weigern uns weiter zu gehen.

"Ja, Leben ist Bewegung und eigentlich mag ich die Veränderung. Aber bitte so wie ich es will. Und so lange ich dafür keine Garantie habe - bleibe ich mal stehen und halte fest was ich habe!"

Ich erlebe in meinem Leben exakt diesen inneren Dialog immer wieder. Und gerade in den letzten Wochen durfte ich ihn hautnah und intensiv erleben.

Die Wahrheit ist jedoch schmerzhaft und einfach:

Wir werden verlieren was wir eigentlich bewahren wollen - wenn wir uns weigern dem Leben zu vertrauen. Und wenn dann wir uns an die Vergangenheit klammern.

Ich habe es gerade hautnah in meinem Leben gespürt und erlebt. Meine Angst, die Kontrolle zu verlieren, hat mich lange erstarren lassen. Und selbst als ich sah, dass es Zeit ist sich zu bewegen und los zu lassen - weigerte sich mein Kopf, dass wahr haben zu wollen.

"Morgen werde ich mich bewegen - und loslassen! Aber heute ist kein guter Zeitpunkt!"

Bringe Gott zum Lachen und erzähle ihm deinen Plan vom Leben

Im Privaten wie in der Firma habe ich immer wieder erlebt, wir wenig wir alle dem Leben wirklich vertrauen.

Das Leben soll bitte so sein wie ich es will! So! Gut das wir darüber mal gesprochen haben!

Klar. Intellektuell wissen wir das alles und all diese Sprüche kennen wir auswendig:

"Wir dürfen dem Leben vertrauen!"

"Leben ist Veränderung!"

"Jede Krise ist eine Chance!"

und so weiter... und so weiter...

Alle Selbsthilfebücher sind erfüllt mit diesen Wahrheiten.

Aber "in echt", im echten Leben - speziell in unserem eigenen Leben - da wird es eng und wir wollen das nicht hören.

Loslassen - so einfach - so schwer

Eigentlich ist es ganz einfach. Wir halten nicht mehr fest an dem was ist und war - und schauen mal was dann passiert.

Eigentlich.

"Eigentlich" findet aber unser Hirn und unser Ego nicht so gut.

"Wer weiß wann dann ist? Lieber das behalten was wir jetzt haben. Bevor ich nicht weiß was dann passiert - mache ich mal nichts."

Warum hat Thalia Amazon nicht gegründet?

Warum komme alle wirklich umwälzenden Innovationen immer von außen in eine Branche?

Warum muss der Anstoß zur Veränderung immer von außen kommen?

Warum fällt es uns so unendlich schwer los zu lassen und uns auf Neues einzulassen?

In einer Beziehung ist es genauso wie in einem Markt oder einer ganzen Gesellschaft. Erst wenn es nicht mehr anders geht, sind wir bereit zu uns zu verändern.Oder eben ein Impuls kommt von außen - in Form eines neuen Wettbewerbers oder in einer Beziehung gibt es neue Person, die alles durcheinander bringt.

Und niemand ist davon frei.

Beobachten wir doch mal was gerade in der Digitalisierung passiert. Ganze Branchen stehen zur Disposition. Und die Reaktion?

"Das Internet wird überbewertet. Ist wohl eher eine Übergangstechnologie. Mein Kunde kauft nicht im Netz - das ist eher was für die Jungen!"

Ist das Glas halbvoll? Na, dann geht es ja!

Oft geht es uns so wie dem legendären Frosch im warmen Wasser - noch tut es ja nicht weh. Klar, wir spüren, wir sollten was tun.

Aber solange mal noch Luft bekommt - bleibt alles so wie es ist.

Aber macht uns das glücklich und erfolgreich?

Ist ein halbvolles Glas das was wir wollen? Wie wäre es wenn wir für ein volles Glas gehen - auch wenn der Weg unbekannt und vielleicht voller Schlaglöcher ist?

Verlieren wir wirklich etwas?

Beim Loslassen gibt es 2 Möglichkeiten:

Das "Alte" fügt sich neu zusammen und alles wird besser als je zuvor. Eine eingefahrene Beziehung bekommt plötzlich wieder Leben. Eine Firma erfindet sich neu.

Oder aber es wird abgelöst durch etwas ganz Neues. Etwas das schöner und besser ist als das bisherige. "The new is always better!" hat mir mal ein Lehrer auf meinem Weg gesagt. "Das Neue ist immer besser!"

Dann ergeben sich für eine Firma neue Märkte und Kunden. Oder man bekommt ein Angebot für einen neuen Job.

Meine 7 persönlichen Erfahrungen der letzten 2 Jahre

  1. Wenn wir nicht bereit sind los zulassen, dem Leben mehr zu vertragen als unserem kleinen Hirn, dann werden wir genau das verlieren was wir so sehr festhalten wollen.
  2. Halbvolle Gläser machen niemand glücklich und zufrieden.
  3. Es geht um die innere Bereitschaft zu gehen und los zu lassen - ohne das man weiß wie es weiter geht. Der Weg findet sich unter meinen Füßen wenn ich bereit bin den ersten Schritt zu gehen.
  4. Wenn wir lange genug weg schauen - wird es immer schlimmer. Leugnung ist der Anfang von richtigem Elend.
  5. Es ist niemals der richtige Zeitpunkt. Den gibt es nicht. Und er wird niemals kommen.
  6. Riskiere das die Menschen in deinem Leben dich nicht verstehen und dich sogar doof finden. Niemand liebt den der sagt: Hier stimmt was nicht - lass es uns ändern. Aber auch das wird sich finden.
  7. Innere Wahrhaftigkeit ist der Schlüssel zu einem volle Glas im Leben.

Unser Hirn will überleben und tut alles um jede Form von Risiko zu vermeiden. Nur keine Veränderung.

Aber unser Herz und unsere Seele bliebt dabei auf der Strecke. Und beide beginnen langsam zu sterben - wenn es uns nicht gelingt sie zum Leben zu erwecken. Indem wir bereit sind weiter zu gehen, Veränderungen ins Leben zu holen und immer wieder neu los zu lassen.

Genau an dem Punkt beginnt unser echtes Leben. Und es kann bedeutet dass das was wir hier bisher Leben genannt haben sich ändert. Aber ist es nicht das was wir alle wollen? Echtes wahrhaftiges und erfülltes Leben?

Dann mal los! Und auf! Möge Dein Leben nie wieder das selbe sein!

P.S. Hier eine persönliche Anmerkung: Ich weiß, dass mein Team und meine Familie es nicht immer leicht hat mit mir. Deshalb bin ich sehr dankbar allen, die in meinem Leben sind. Und das sie es trotzdem mit mir immer wieder neu aushalten. Das erfüllt mich immer wieder mit neuer großer Dankbarkeit. Welch Geschenk mit alle diesen Menschen das Abenteuer Leben anzugehen. Was sind schön Schlaglöcher - wenn es darum geht zu wachsen und sich immer wieder neu zu erfinden?

 

 

 

FührungBoris Thomas