Transformation in der Krise - Reflexion statt Erstarren oder Flucht

Beziehungsfragen

Nehmen wir ein alltägliches Krisenszenario:

Eine Frau sagt zu ihrem Partner „Schatz wir müssen reden!“ - und das Hirn eines Mannes geht schlagartig auf Krisenmodus. "Oh je - was will sie nur?"

Nun haben wir  verschiedene Möglichkeiten auf eine Krise zu reagieren. Wir können erstarren oder die Flucht antreten. Beides tun wir, weil wir das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, nicht ertragen können. Das ist Kern aller Krisen. Unsere tiefe Angst, dass wir das, was geschied, nicht mehr im Griff haben. Es passiert ungeplant und ohne, dass wir es wollen. Das Gefühl macht uns wahnsinnig.

Darüber habe ich bereits in diesem Blog mehrfach geschrieben.

Also entweder wird der Mann die Bemerkung seiner Frau komplett ignorieren. Oder aber er wird in hektische Aktivitäten ausbrechen wie zum Beispiel in den Bastelkeller gehen, der dringend aufgeräumt werden muss. Oder er geht schnell zum Fußball. Oder zum geselligen Männerabend. Oder Überstunden müssen jetzt sein. Nur mal schnell die Welt retten - wie es in dem Lied heisst.

2 Reaktionen auf Krise

Und im Grunde reagieren wir in unserem Leben ganz genau so auf diese 2 Arten:

Entweder wir erstarren und leugnen, dass eine Krise überhaupt da ist.

Oder wir treten hektisch die Flucht nach vorne an, stürzen uns in sinnlose Aktivitäten, machen Urlaubsreisen, gehen shoppen oder fangen an Schokolade zu essen.

Beide Reaktionen sind jedoch in einer Krise tödlich und werden diese definitiv verlängern.

Der wichtigste Schritt in jeder Krise

Deshalb ist in meinem "Transformation-Code", welchen ich über die Jahre aus zahllosen Krisen für mich entwickelt habe, der erste Schritt immer die Reflexion.

Reflexion heißt erst einmal innehalten, weiter atmen und in sich hinein horchen, was gerade los ist.

Und mit sich selber erst einmal ins Reine kommen, die Verantwortung übernehmen, wieder in seiner Mitte ankommen, zur Ruhe kommen und vor allen Dingen weiter zu atmen.

Bevor wir also hektisch eine E-Mail schreiben, shoppen gehen oder sonstige Aktivitäten machen - ist es manchmal ganz gut bei einem sichtbaren Zeichen einer Krise, sich zurückzuziehen und ein wenig über die Lage zu reflektieren - anstatt vorschnell zu handeln.

Reflektion statt Aktion

"Reflexion statt Aktion" ist für mich das Kernmotto am Beginn einer jeden erfolgreichen Krisenbewältigung und der daraus folgenden Transformation.

Natürlich juckt es uns in den Fingern einfach mal Gas zu geben und etwas zu tun, weil es gibt das befriedigende Gefühl nicht untätig zu sein.

Aber nach innen in die Selbstverantwortung zu schauen wo ich stehe, wo meine Kraft ist und was wirklich los ist. Und zu fühlen, was gefühlt werden soll. Das ist der wichtigste Schritt zur Krisenbewältigung.

Es ist nicht immer leicht. Aber ich habe lernen dürfen, dass Stille erstmal der beste Weg war, welche dann die besten Lösungen für die Krise gebracht hat.

Krise hat immer die Chance für etwas Neues und Besseres - wenn es uns gelingt aus unseren Flucht- und Erstarrungsmodis auszubrechen und erstmal bei uns anzufangen.

 

 

FührungBoris Thomas