Schlotternde Knie? Was machen wir mit der Angst? Wege aus der Lähmung!

Ich sitze hier am Pier 38 in San Francisco. Die Sonne scheint. Und der typische kalte Wind weht über die Bucht. Über Alcatraz hängen noch die Reste des Morgennebels. Vor mir liegt mein Notizbuch. Und ich schreibe meine Gedanken auf, wohin bei Lattoflex und in meinem Leben die Reisen gehen wird. Was sind coole neue Projekte? Was brauchen wir um in Zukunft zu überleben und weiter zu wachsen? 13900226_1416581921691019_6980290658115505037_n

Und in dieser inspirierenden Umgebung kommen mir schon sehr mutige Ideen. Projekte, die das bisher dagewesene weit überflügeln. Und schon kommt mir dann doch ein mulmiges Gefühl auf.

Da ist dann diese innere Stimme. "Bist du nicht etwas abgehoben, Boris?". "Wenn das schief geht?!". "Ist es nicht gut und sicher so wie es gerade ist?". "Muss das neue Risiko sein? Und wenn du auf die Nase fällst?" Da ist sie wieder. Der alte Begleiter des Menschen. Die Angst vor dem nächsten Schritt. Vor der nächsten Größe. Vor dem Neuen.

Angst ist eine Fantasie über die Zukunft

Werfen wir mal einen genaueren Blick auf diesen treuen Begleiter von uns Menschen. Angst ist am Ende nur eine Fantasie. Eine Illusion. Die Angst erzählt uns eine Geschichte über die Zukunft und was dort sein könnte - aber es gibt keine Garantie das dieses Ereignis auch eintreten wird.

Und deshalb ist es so schwierig für uns alle mit Angst umzugehen. Denn es könnte ja eben sein, dass die Angst recht behält. Und alles geht schief, wenn wir das Risiko eingehen weiter zu gehen.

Die zwei möglichen Ergebnisse der Angst

Uns muss klar sein, dass die Angst immer da sein wird in unserem Leben. Wenn wir auf dem Sofa sitzen und sagen: "Wenn die Angst weg ist, werde ich weiter gehen und neues wagen!" - da können wir lange warten.

Angst kann uns schützen vor Schäden. Aber meistens lähmt sie uns. Und diese Lähmung kann uns jede Lebensfreude rauben und uns von dem Leben abhalten welches wir so gerne führen würden.

Unsere 2 Hauptängste

Alle unsere Ängste kann man auf 2 Urängste zurück führen:

Das Gefühl nicht genug zu sein ("Das schaffst du eh nicht! Wer bist du denn das du so etwas Großes angehen kannst?! Das steht dir nicht zu! Du bist zu alt! Du bist zu jung!")

und

Das Gefühl nicht geliebt zu werden ("Wenn ich das tue, wird mich meine Familie nicht mehr lieben! Und wenn ich zurück gewiesen werden, wenn ich mit offenem Herzen neues wage? Wenn die Menschen sehen was ich wirklich will in meinem Leben werde ich alle meine Freunde verlieren!")

Und das zerreibt uns. Es läßt uns erstarren. Bevor wir einen schweren Fehler machen - lieber erstmal Luft anhalten. Ich kenne das nur zu gut. Immer wieder hat es mich ereilt - und am Ende mehr Schaden angerichtet, als wenn ich es gewagt hätte zu gehen. Ich habe versucht daraus eines zu lernen: Bevor die Angst mich lähmt, bewege ich mich lieber! Diese Lähmung ist nicht das echte, lebendige Leben, von dem wir alle träumen.

Es geht um die Wahrheit, die in uns ist. Und darum dass das Leben unsere Träume jenseits unserer Komfortzone liegt. Was auch immer die Angst uns einflüstert. Es ist eine Illusion. Mehr nicht.

Unsere Angst vor unserer Größe

Marianne Williamson hat einen der besten Texte über Angst geschrieben. Und ich bekomme immer wieder Gänsehaut wenn ich diese Zeilen lesen. Sie stammen aus ihrem Bestseller "Rückkehr zur Liebe".

In dem Film "Coach Carter" (OK - natürlich ist das ein genialer Film, weil es ein Basketball-Film ist :)) spielt dieser Text die zentrale Schlüsselrolle in dem Film. Hier auf Youtube diese Szene:

https://www.youtube.com/watch?v=CDMnGLLffDc

Und hier das Original von Marianne Williamson:

"Unsere tiefste Angst ist nicht die, dass wir unzulänglich sind.

Unsere tiefste Angst ist die, dass wir über die Maßen machtvoll sind.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten erschreckt.

Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich so brillant, talentiert, fabelhaft sein sollte?

Aber wer sind Sie denn, dass Sie es nicht sein sollen?

Sie sind ein Kind Gottes.

Wenn Sie sich kleinmachen, dient das der Welt nicht.

Es hat nichts von Erleuchtung an sich, wenn Sie sich so schrumpfen lassen, dass andere Leute sich nicht mehr durch Sie verunsichert fühlen.

Wir sollen alle so leuchten wie die Kinder.

Wir sind dazu geboren, die Herrlichkeit Gottes in uns zu manifestieren.

Sie existiert in allen von uns, nicht nur in ein paar Menschen.

Und wenn wir unser eigenes Licht leuchten lassen, erlauben wir auch unbewusst anderen Menschen, das gleiche zu tun.

Wenn wir von unserer eigenen Furcht befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch auch andere." - Marianne Williamson, Rückkehr zur Liebe

Ganz ehrlich. Dies ist der beste Text über Angst den ich überhaupt kenne. Ich lese ihn oft, wenn diese Stimmen in mir nagen. Wir dienen nicht der Welt wenn wir uns verkriechen. Ja, manchmal ist das Leben nicht so wie wir es wollen und uns wünschen. Diese Planet erscheint manchmal erschreckend.

Aber sich zurück zu ziehen und unsere Wunden zu lecken hilft niemanden. Am wenigstens uns selbst.

Der Preis der Angst

Sich von Angst lähmen zu lassen und unser Herz zu verschließen hat einen hohen Preis. Es kostet uns unsere Träume und das Leben das wir immer leben wollten. Und es ist ein schmerzlicher Verlust für die Welt - die dann nicht unser wahres Potential kennen lernen wird.

Diese Welt braucht mutige Menschen. Die etwas riskieren. Für ihr Herz und ihre Träume. Nur dann kann die Welt zu einem besseren Platz werden.

Wir alle haben viele Wunden auf unserem Weg eingesammelt. Das stimmt. Aber wir sollten aufhören sie als Rechtfertigung zu nehmen um festzustecken. Oder um es mit Tony Robbins zu sagen: Es ist nie zu spät eine glückliche Kindheit zu haben! (wobei dieses Zitat vielen zu geschrieben wird - es bliebt aber so oder so wahr!).

Was also tun mit unserem treuen Begleiter?

Hier meine Schritte die bei mir gut funktionieren:

  1. Akzeptiere, das du Angst hat. Akzeptanz ist schon mal der erste Schritt und übernehme die Verantwortung dafür. Es ist unsere Angst. Sie gehört zu uns. Und sie ist hoch subjektiv. Denn ein anderer Mensch in unserer Situation würde vielleicht eine andere oder gar keine Angst haben. Deshalb stell dich hin und sage: "Weia - ich habe echt Angst!" Der erste Schritt ein Problem zu lösen ist immer zu sehen das da überhaupt ein Problem ist.
  2. Frage dich: Willst du hier festhängen? Oder mutig einen Schritt nach vorne tun? Stelle dir vor wie dein Leben in 2 oder 3 Jahren aussieht, wenn du dich von der Angst lähmen lässt? Was ist der Preis? Wie lautet dann deine Entscheidung?
  3. Es beginnt alles mit der inneren Bereitschaft. Entscheide dich für den nächsten Schritt in deinem Leben. Und sage dir "Ich will es wagen weiter zu gehen!". Für das Leben ist es erstmal genug, wenn du innerlich bereit bist, das Risiko des Neuen einzugehen. Das wird sich alles schon finden.
  4. Der Weg entsteht wenn man ihn geht. Meine persönliche Erfahrung: Wenn du es wagst den Schritt zu tun - entsteht unter deinen Füßen wie von alleine ein Weg. Es beginnt mit unserer inneren Entscheidung.

Die wichtigste Frage - die Frage nach dem Preis

Für mich immer wieder die wichtigste Frage um sich zu bewegen aus der Lähmung ist:

Wenn du jetzt hier hängen bleibst - wie sieht dann dein Leben in 5 Jahren aus? Wie in 10 Jahren? Wie fühlt es sich an? Ist das es was ich will?

Tony Robbins hat auf seinem Seminar in London im Frühjahr genau damit in einem Prozess gearbeitet. Und ich glaube es hat alle 6000 Menschen im Saal tief bewegt.

Sei gnädig mit dir

Wir alle sind Menschen. Und fallen immer wieder auf diese Einflüsterungen herein.

Verfalle nicht in Selbstmitleid oder Selbstangriff. Das hilft niemanden.

Einfach daraus lernen. Und sich neu entscheiden.

Wenn du an einer Kreuzung stehst

Wenn du zwei Wege in deinem Leben zur Wahl hast, dann nehme den der dir am meisten Angst bereitet. Denn das ist der Weg der dich richtig voranbringen wird.

Oft habe ich in meinem Leben gedacht "Ah, Boris, wieso hast du dazu nur JA gesagt? Bist du irre? Wie soll ich das nur schaffen? Was mache ich hier nur?!"

Und hinterher es mir eine neue Größe und Sicherheit gegeben über mich selbst.

Im Grunde meines Herzens bin ich hemmungsloser Optimist

Die Welt entwickelt sich über die letzten Jahrzehnte ausgezeichnet. Fast alle globalen Statistiken haben sich verbessert. Lebenserwartung, Kriege, Kindersterblichkeit oder Hunger - alles hat sich dramatisch verbessert.

Dennoch gibt es noch unheimlich viel zu tun. Die Flüchtlingsströme sprechen eine deutliche Sprache.

Aber ich glaube zu tiefst, dass wir diese Problemen lösen können und werden. Da bin ich mir sicher und habe keinen Zweifel.

Was es aber braucht unseren ganzen Mut immer wieder neu nach vorne zu gehen. Jeder kann die Welt zu einem besseren Platz machen. Egal an welcher Position er gerade steht.

Es geht immer nur darum den nächsten Schritt zu wagen. In die Welt und in seinen Beziehungen.

Niemals sollten wir uns von alten Fehlschlägen aufhalten lassen. Das werden wir sicher bereuen.

Bereit für den nächsten Schritt?

Zurück zu meinem Notizbuch. Bin ich bereit diese Ideen anzugehen?

Meine Entscheidung ist "Ja! Lass es uns machen!" Klar, mit mulmigen Gefühl. Aber egal. Das Leben will gelebt werden.

Wie aufregend das Leben plötzlich wird, wenn man sich traut.

Wie schaut es bei euch? Bereit weiter zu gehen?

Mögen wir uns immer wieder neu für das Leben und gegen die Angst entscheiden!

 

 

FührungBoris Thomas