Manchmal fühlt man sich als "gerupftes Hühnchen"! Wenn man keine Antworten hat und nichts richtig ist!

Was ist die härteste Erfahrung meines Lebens?

In meiner kleinen Welt weiß ich immer alle klugen Antworten. Da weiß ich wie es geht und kein Problem schreckt mich ab. Das ist aber so was von klar.

"Probleme der Welt - versammelt Euch auf meinem Schreibtisch - ich kümmere mich um euch!"

Aber das Leben in seiner unendlichen Weisheit ist ja nicht an dem interessiert was wir schon können. Es will uns ja trainieren auf das was wir noch lernen sollten.

Und für mich immer wieder der härteste Moment überhaupt ist, wenn ich nicht mehr weiter weiß. Und irgendwie hat das Leben gerade echt Spaß daran mir in diesem Jahr nur noch solche Situationen um die Ohren zu hauen - in denen ich keinen Rat weiß und mich unendlich elend fühle.

Holt mich hier raus!

Gerade jetzt ist wieder so eine "gerupfte-Hühnchen-Phase". Nichts geht irgendwie richtig voran. Ich bin traurig über viele Dinge, die nicht rund laufen in meinem Leben. Völlig aufgerieben und zerrissen was jetzt der richtige Weg ist. Menschen zerren an mir rum. Dabei weiß ich selbst keine kluge Antwort gerade.

Grauenvoll! Ich hasse es so zu sein! Holt mich hier raus! Ganz schnell, bitte! Ich will wieder Held sein und "Taschakka-Taschakka" die Welt retten.

Das ist eben auch Leben

Klar weiß da ein kluger Teil in mir, dass das auch sehr gut ist. Es holt mich immer wieder auf diese Erde zurück. Lehrt mich Geduld und Demut. Und natürlich Vertrauen, dass alles gut wird.

Aber diese intellektuelle Erkenntnis hilft nicht sehr viel, wenn es mich mal wieder beutelt. Und ich echt verzweifelt bin über mein Leben. Und ich wieder der coole Typ sein möchte, der genau weiß wie es geht.

Und so erlebe ich gerade wieder so eine elende Phase. Sitze an meinem Schreibtisch - und alles in mir sagt: "Ahhh, ich habe keine Ahnung was richtig ist!"

Bewusstheit und Demut

Ich habe zum Glück Menschen in meinem Leben, die in diesen Situationen komischerweise besser mit mir umgehen können als ich selbst mit mir. Die es sogar gut finden "wenn der Herr Thomas" mal nicht alles besser weiß.

Ich bemühe mich echt diese Phasen des Elends zu lieben. Manchmal muss ich über mich selbst lachen, dass ich mich damit so sehr abquäle. Aber oft will ich mich nur noch verkriechen.

Ich glaube, wenn wir bewusst diese Phasen annehmen als einen wichtigen Teil unseres Lernens hier auf der Erde und diese Demut entwickeln gegenüber dem Leben, dann können wir auch aus diesen Teilen des Lebens echt etwas heraus holen für unseren Weg.

Wir wissen es nicht

Und im Grunde ist ja unser "Ich weiß wie es geht - Modus" auch nur vorgetäuscht. Wenn wir ganz ehrlich sind, wissen wir mal garnichts. Niemand weiß was richtig ist. Niemand weiß was der absolut richtige Weg ist.

Auch wenn es mich quält und beißt - so setze ich mal darauf dass das Leben weiß was es tut, wenn es mich in so unmögliche Lagen bringt. Möge das Lernen niemals enden.

Und das einzige was ich noch Rat dazu sagen kann: Weitergehen und einfach seinen Job machen. Und ganz wichtig: Atmen nicht vergessen!

 

 

FührungBoris Thomas