Großartige Anführer erschaffen neue Anführer - und keine braven Folgende

Wie ich Führung beurteile

Wenn ich schaue, ob jemand einen guten Job macht als Führungskraft, dann sehe ich nach wer da in seinem Team arbeitet. Und speziell schaue ich auf die Menschen, die länger in seinem Team arbeiten.

Und ich schaue darauf, ob diese Leute im Team selbst großartige Anführer geworden sind - unter der Führung.

Also können und wollen sie selbstständig handeln?

Können sie mehr als der Vorgesetzte?

Machen Sie den Mund auf, wenn Ihnen etwas nicht passt?

Sind sie pro-aktiv und arbeiten an ihren eigenen Projekten?

Fällen sie eigenmächtige Entscheidungen ohne diese mit dem "Chef" abzusprechen? (Ganz wichtiger Punkt - ich freue mich immer, wenn meine Leute in meinem Team selbst die Dinge in die Hand nehmen.)

All das sind Zeichen für mich, dass hier ein echter Anführer am Werk ist.

Denn schwache Manager haben Angst vor der Konkurrenz aus den eigenen Reihen und werden alles tun, um die Macht zu wahren und zu behalten.

Das ist der Unterschied.

Angst vor der Konkurrenz

Wahrscheinlich haben wir alle ein Stück weit in uns diese Angst, dass da jemand anderes besser, schöner und toller ist als wir. Diese Gefühl "Ich bin nicht genug!" treibt uns immer wieder in die sonderlichsten Handlungen und Kompensationen.

Aber nirgendswo zeigt sich diese Angst so sehr wie in der Führung.

Da werden Menschen bewusst (oder unbewusst - was noch schlimmer ist) klein gehalten, Informationen vorenthalten ("Können die eh nicht mit umgehen!") oder Menschen abgewertet in ihrem Tun, um klar zustellen wo oben und wo unten ist.

Potentialentfaltung

Am Ende ist jede Führungskunst die Fähigkeit, die Potentiale von Menschen zu entfalten. Mehr in einem Menschen zu sehen, als er selber sieht. Und ihm die Chance geben, diese Fähigkeit zu entwickeln.

Steve Jobs sagte einmal, dass er die besten Leute einstellt nicht um ihnen zu sagen was sie bei Apple tun sollen - sondern damit die ihm sagen was zu tun ist. Auch wenn ich glaube das Mr. Jobs das selten zugelassen hat - ist es doch wahr.

Nett sein ist keine Lösung

Wenn wir Menschen zu Anführern entwickeln wollen, ist die nicht unbedingt immer der netter Weg.

Manchmal ist es wichtig wie ein guter Coach einen Mitarbeiter ins kalte Wasser zu schupsen. Oder ihn selbst Fehler machen und dann beseitigen zu lassen. Oder bewusst ihn in Situationen alleine lassen, vor denen sich der Mitarbeiter echt fürchtet.

Das gehört dazu und die Toleranz, dass Menschen Fehler machen dürfen. Und es auszuhalten.

Selbstbewusstsein entsteht wenn man sich oft genug an den eigenen Haaren aus dem Sumpft gezogen hat. Das hat mir mal ein sehr kluger Mentor mit auf den Weg gegeben. Und es stimmt. Nur dann können wir wachsen.

Entspannt führen

Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, wie unendlich entspannt es wird als Führungskraft, wenn man um sich Menschen hat, die mitdenken, mitfühlen und mithandeln.

Es ist großartig, wenn man sich nicht über alles selbst den Kopf zerbrechen muss. Sondern im Kreis seiner Leute offen und laut denken kann. Viele coole Lösungen sind so entstanden.

Ich bin jedenfalls dankbar für jeden in meinem Team der schlauer ist als ich. Wenn ich hier morgen alleine wäre auf der Lattoflex-Etage - es würde das volle Chaos ausbrechen. Ich könnte noch nicht mal einen Auftrag erfassen. Und das ist sehr gut so und ein gutes Zeichen.

Den Stress aus der Führung zu nehmen bedeutet für mich Menschen zu ermächtigen und alles dafür zu tun, dass sie ihre Potentiale entfalten. Mehr können wir kaum tun um die Welt ein Stückchen besser zu machen.

 

P.S. Und wenn Mitarbeiter von sich aus zu Workshops wollen - stehe ihnen nicht im Weg rum. Ermutige sie. Und lass sie all das neue Wissen in das Team tragen. Welch Geschenk!

 

 

 

 

 

 

 

 

FührungBoris Thomas