Du willst Veränderung? Dann sei bereit für mehr Chaos und Widerstand! Ansonsten lass es! (inkl. Livevortrag)

Das Schuppen-Aufräum-Syndrom

Wir kennen das alle. Der Schuppen sieht schlimm aus. Lange Zeit. Dann kommt aber irgendwann DER Tag - und wir gehen es an. Jetzt soll es sein. Los geht es zum Schuppen aufräumen.

Und schon nach kurzer Zeit zweifeln wir am Sinn dieser Entscheidung. Denn alles ist erstmal unordentlicher als vorher. Man öffnet Schränke und Schubladen. Kippt alles auf den Boden und fängt an das Chaos zu sortieren.

Und wer hatte das nicht auch schon, dass ihn mittendrin der Zweifel befällt? Musste das jetzt echt sein? Es ist ja mehr durcheinander als zuvor!

Wir kennen dieses Phänomen von zahllosen Beispielen in unserem Leben:

Eine neue Software wird eingeführt - und das Chaos bricht aus. Die Eingabemasken sind anders vorher. Die Abläufe sind anders. Man braucht "ewig" viel länger als mit der alten Software.

Oder: wir wollen endlich mal wieder joggen gehen - und unser Körper fühlt sich nach 10 Minuten schlimmer als je zuvor. Er ruft uns zu: "Ist es das was du wolltest? Diese Qual? Auf dem Sofa war es doch so kuschelig - was tust du dir hier gerade an? Ob das gesund ist?"

Und so weiter. Und so weiter.

Wir müssen erkennen:

Veränderung ist ein Prozess - und dieser Prozess führt erstmal durch Verwirrung, Widerstand und mehr Durcheinander.

Es fühlt sich alles falsch an. Und genau an dem Punkt dürfen wir niemals aufgeben.

Sei bereit durch das Chaos und den Widerstand zu gehen

Wer auf eine neue Ebene von Erfolg will, muss bereit sein Widerstand und erst einmal mehr Durcheinander zu ertragen und auszuhalten.

Der Mann hinter dem Apollo-Programm hat es einmal so ausgedrückt:

„Fortschritt ist der Weg vom Primitiven über das Komplizierte zum Einfachen“

Wernher von Braun

Erstmal fühlt es sich an, als ob alles schlimmer wird. Und an diesem Punkt ist Führung gefragt. Führung die sagt: "Hey, alles wird gut. Diese Verschlimmerungen sind Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Weiter gehen - und alles wird sich finden!"

Wenn man beim Golfen seinen Schwung auf anraten seines Trainers optimiert - werden die Ergebnisse erstmal schlechter - bevor sie besser werden. Der Körper muss sich anpassen. Und hier muss der Trainer dem Golfspieler Mut machen, dass alles auf dem richtigen Weg ist.

Transformation ist nichts für Weicheier

Ich habe es einmal so ausgedrückt: "Transformation ist nichts für Weicheier!"

Wer von einem Niveau auf das nächsthöhere will, muss den Widerstand und den Schmerz aushalten können, den jede Veränderung des Status Quo mit sich bringt.

Unser Hirn will keine neuen Ideen - es will überleben

Eigentlich - also theoretisch - sagen wir alle, wie sehr wir die Veränderung lieben. Theoretisch. Aber wir müssen erkennen, dass unser Gehirn nur ein Ziel hat: Unser Überleben sichern.

Und jede Veränderung stellt erstmal eine Verunsicherung da. Es bedeutet Arbeit für das Gehirn neue Zelle auszubilden und sich anzupassen.

Das mag das Gehirn nun mal gar nicht. Und wehrt sich. Es ist mühsam. Bevor es leichter wird.

Musteränderungen kosten Kraft

Seine Muster zu ändern - und sei es nur den Schuppen aufräumen - kosten Kraft.

Man muss ein tiefes Wollen aufbauen. Eine Kraft, welche einen nicht aufgeben lässt, wenn es anfängt schwierig zu werden.

Wenn wir als mit unserem Team uns neu organisieren wollen, so werden wir erstmal gegen Mauern rennen. Menschen werden alle möglichen "Gründe" nennen, warum es nicht geht.

Ich habe immer festgestellt, dass es enorm helfen kann, zu wissen, dass dieser Widerstand kommt und eigentlich ein gutes Zeichen ist. Ein Zeichen dafür, dass man sich bewegt.

Disziplin

Das Wort "Disziplin" hat kein gutes Images unter uns Menschen. Ihhh - nööö - bitte alles - nur das nicht.

Dabei ist Disziplin genau das was uns durch das Tal in jedem Veränderungsprozess hindurch trägt.

Wer seine Ernährung umstellt, muss einfach stoisch das neue Essen durchhalten - auch wenn es sich komisch anfühlt.

Wer mit dem Laufen beginnt, muss einfach weiter laufen - bis es leicht wird und Spaß macht.

Wer anfängt den Schuppen aufzuräumen, muss einfach weiter aufräumen bis alles an einem neuen Platz ist und der Schuppen aufgeräumt ist.

Wer mit seinem Team eine neue Meetingkultur einüben will - muss es immer und immer wieder tun, bis es zur Selbstverständlichkeit wird.

Das ist der Wert von Disziplin und Durchhalten.

Veränderung ist eben ein Prozess. Und wenn wir das bewusst so wahrnehmen, werden uns auch "Erstverschlimmerungen" nicht aufhalten.

Boris Thomas live - auf dem Unternehmertag in Hannover - Vortrag über neue Führung

Hier ein Ausschnitt von einem Livevortrag von mir, genau zu diesem Thema. Ich habe den Vortrag am 31.03.2017 in Hannover auf einem Unternehmertreffen gehalten (Infos unter derunternehmerclub.de):

 

Download als MP3 (rechte Maustaste und "Speichern unter")

Also - ran an die Veränderung. Es mag riskant sein. Aber es ist ungleich gefährlicher nichts zu tun!

 

FührungBoris Thomas