Die Rückseite von Facebook: Alles ist vergänglich! Erleuchtung und der Zen-Weg im Business!

Das legendäre Facebook Schild - und wie es dahinter aussieht

Wahrscheinlich hat jeder schon einmal dieses legendäre Schild gesehen. Am 1 Hacker Way in Menlo Park im legendäre Silicon Valley. Direkt vor dem Headquarter von Facebook.  (Link auf Google Maps)

Ich war vorletzte Woche persönlich da mit einer Gruppe der Rulebreaker Society. Und selbstverständlich musste ein Foto vor diesem Schild sein.

Spannend war jedoch nicht die Vorderseite, welche die klassische Ikone vom LIKE-Daumen zeigt.

Viel spannender war die Rückseite für mich.

Dort sah man noch das Logo des Vorbesitzes der Gebäude in Menlo Park:  Sun Microsystems

 

Sun Microsystems - der gefallene Gigant

Sun Rückseite FB

Blicken wir in die Geschichte zurück. Die Geschichte der digitalen Revolution.

Die Firma Sun Microsystems wurde 1982 gegründet. Also in der ersten Blütezeit der Erfindung des PCs. Der Name hat nichts mit der Sonne zu tun, wie man bei der Lage in Kalifornien vermuten könnte - sondern kommt aus den drei Buchstaben Stanford University Network.

Es waren Studenten aus der nahen und inzwischen legendären Standford University, die Sun Microsystems damals gründeten.

Sun war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hat über viele Jahre den Weg der digitalen Revolution aus dem Silicon Valley heraus bestimmt.

So entwickelte Sun das NFS Dateisystem, um Arbeitsplätzen Zugriff auf Dateien zu ermöglichen, welche auf entfernten Servern liegen. Hier setze Sun einen weltweiten Standard.

Oder alleine die Entwicklung von Java 1995. Was wäre das Internet ohne Java?

Trotz all dieser Erfolge verzeichnete Sun Microsystems 2009 - ihrem letzten Geschäftsjahr - über 2 Milliarden USD Verlust. Als Folge wurden weltweit tausende von Arbeitsplätzen abgebaut - und am Ende wurde Sun aufgelöst und von Oracle 2010 übernommen.

Sun Microsystems ist damit Geschichte und wird wohl noch ewig in den Geschichtsbüchern der digitalen Revolution stehen - auch wenn Programmierer, die mit Java arbeiten sich nicht mehr an den Namen des Erfinders erinnern können.

 

Fallende Riesen

Dos dinosaurios Diplodocus

Und nun sitzt ein neuer "Digitalriese" in diesen legendären Gebäuden: Facebook.

Und wieder kann man sich nicht vorstellen, dass so ein Riese jemals fallen wird. So wie man schon über Nokia, AOL oder Yahoo gedacht hat. Nokia hatte mal über 60% Marktanteil an allen Handys weltweit - wie sollen die jemals fallen?

Und wer hätte je gedacht, dass Kodak jemals von der Bildfläche verschwinden wird? Kodak - der Erfinder der Farbfotografie und des Kleinbildfilms? Kodak hatte alleine auf dem amerikanischen Fotomarkt noch in den 80er Jahren einen Marktanteil von über 80%. Heute ist Kodak verschwunden. Nichts ist von dem einstigen Glanz übrig geblieben.

Wer fällt als nächstes?

Oder schauen wir auf einen Gewinner der letzten digitalen Welle - der Smartphone-Welle: Apple. Fast 70% von Apples Erfolg hängen am iPhone. Kann Apple aber jemals fallen? Ein Unternehmen mit so unvorstellbar viel Geld in den Kassen? Die Hoffnungen in Tablets scheinen sich nicht zu erfüllen - jedenfalls fallen die Umsätze seit 2 Jahren konstant. Und die Mac-Rechner verharren in ihrer Nische unter 10%. Wird Apple niemals fallen? Apple hat ähnlich wie Microsoft das Internet verpasst. Und neue Produkte als Basis von Wertschöpfung, die mal das iPhone ablösen könnten, sind nicht in Sicht. iPad und iWatch sind eher Nischen - finanziell betrachtet. Und selbst das iPad Pro konnte diesen Trend nicht brechen.

Oder Google. Momentan unangreifbar. Das wohl einzige große Unternehmen, welches neben Amazon, als erstes wirklich das Internet begriffen hat. Android dominiert den Weltmarkt der Smartphones wie einst Windows die PCs. Zwischen 80 und 90% aller Smartphones rund um den Planeten laufen mit dem Betriebssystem von Google. Über 90% aller Suchanfragen weltweit landen bei der Suchmaschine Google. "googeln" ist Bestandteil unserer Sprache geworden. Und doch - wird Google niemals fallen und verschwinden? Werbung mit Google Adwords wird immer teurer und umkämpfter. Vielen Unternehmen weichen auf Facebook mit ihrer Werbung aus. Wird Google immer da sein? Können sie ihren "Startup-Geist" erhalten? Oder wird es einfach nur ein starrer Riese werden - unfähig auf den Markt und seine Veränderungen zu reagieren? Wie so viel super erfolgreiche Unternehmen vor ihnen?

 

Facebook als Zen-Weg

Zen Facebook

Mark Zuckerberg, Gründer und CEO von Facebook, weiß ganz genau, dass nichts sicher ist. Schon gar nicht im Digitalzeitalter. Die Wellen sind schnell. Und heftig.

Deshalb hat er angeordnet, überall im Gebäude die Zeichen von Sun Microsystems nicht überzustreichen oder zu entfernen. Auch nicht das Hauptschild am Eingang.

Als sichtbare, tägliche Erinnerung wie schnell man auch als unangreifbarer Riese verschwinden kann. Nichts ist für die Ewigkeit.

Und die Erfolge der Vergangenheit erschaffen eben keine Zukunft.

Hier noch 2 gute Artikel. über diese vielleicht lustige Idee - mit einem wahrlich wichtigen Kern und eine zentralen Botschaft an alle Firmen:

Artikel 1  Zuckerberg’s not-so-subtle message to Facebook employees: Don’t end up like Sun Microsystems

Artikel 2 "There's A Hidden Message On The Sign Outside Facebook's Campus — It Reminds Employees To Stay Motivated"

 

Vergänglichkeit ist Teil unseres Lebens

Aged hourglass with flowing sand

Nun ist es eine verdammt platte Weisheit, dass nichts in diesem Leben für ewig ist.

Selbst unser Schmerz ist nicht für ewig.

Nichts dauert an. Alles wird geboren und muss irgendwann sterben. Das ist Teil der Gesetze in diesem Universum. Vielleicht das wichtigste aller universellen Grundgesetze.

Dennoch fällt es uns verdammt schwer, diese banale Erkenntnis auch in unseren Leben als Wahrheit anzunehmen. Wir kämpfen ewig dagegen an. Im Kleinen wie im Großen.

Wir wollen die Veränderung nicht riskieren. Wollen nicht los lassen. Und halten fest an dem was war oder wie wir es gerne hätten.

 

Die Ursache von Leiden

Buddha hatte ein großes Ziel: Die Ursache von unserem menschlichen Leiden ergründen und es beseitigen.

Die Kernerkenntnis, welche ihm unter dem legendären Bodhibaum kam, war, dass all unser Leiden aus unserem Festhalten entstammt.

Wir glauben, unser Glück liegt außerhalb von uns. Nur diese Welt ist eben vergänglich. Alles was wir besitzen kann uns genommen werden. Menschen sterben. Menschen verlassen uns.

Oder um Buddha selbst sprechen zu lassen:

Der Mensch leidet, weil er Dinge zu besitzen und zu behalten begehrt, die ihrer Natur nach vergänglich sind.

Buddha

Immer wenn wir uns diesem natürlich Fluss vom Kommen und Gehen entgegenstellen - beginnt unser Leiden. Wir wollen es anders haben. Klammern uns an das was wir glauben zu besitzen.

 Loslassen von Erwartungen

"Seit ich die Scheune niedergebrannt habe, kann ich auf einmal den Mond sehen!"

Sprichwort aus dem Tao

Und wir klammern nicht nur an Dingen und Menschen in der Welt - noch schwerer ist es unsere Vorstellungen los zu lassen, wie die Welt zu sein hätte. Nach unserer Meinung. Denn wir wissen genau was wir brauchen und haben wollen - um endlich glücklich zu sein.

Wenn mein Partner doch nur so wäre wie ich ihn immer haben wollte - ja, dann könnte ich endlich glücklich sein.

Wenn das Wetter in meinem Urlaub anders wäre, was wäre das für ein schöner Urlaub.

Wenn doch die Regierung endlich die Gesetze ändern würde, wie viel lieber würde ich dann in diesem Land leben.

Erleuchtung

Girl relaxing with yoga on the beach at sunriseIch habe mich einmal lange Jahre mit der Idee der Erleuchtung in alten Schriften des Zen beschäftigt und nachgelesen, was die alten Zen-Meister über Erleuchtung geschrieben und gedacht haben.

Und wahrscheinlich geht es den meisten so. Ich jedenfalls habe immer geglaubt es geht um eine geheimes Stück Wissen. Ein Text - und wenn man ihn liest, ergründen sich einem sofort die tiefen Geheimnisse des Universums.

Am Ende geht es aber bei der Erleuchtung im alten Sinn des Zengeistes nicht um neues Wissen.

Eher geht es darum zu "entlernen". Und es geht darum die Illusion über diese Welt und wie sie zu sein hat aufzugeben. Es ist ein loslassen von dem Glauben, diese Welt sollte mich glücklich machen. Und die Hingabe an die Wahrheit der ewigen Vergänglichkeit und der Veränderung.

Erleuchtung ist mehr die Aufgabe von falschem Glauben - als die Erlangung von neuer Weisheit.

Nur zwei Dinge die uns echt an die Grenzen bringen - und darüber hinaus

Ein Schüler kam einst zu seinem Meister und rief voller Freude:

"Meister, Meister - ich bin erleuchtet!"

"Wunderbar! Das freut mich zu hören!" antwortete da der weise Meister,

"Dann gehe hin und verbringe eine Woche mit deiner Familie!"

 

Diese alte Zengeschichte sagt es exakt aus. Und ich habe in meinem Leben erlebt, dass es nur zwei Bereiche gibt, die uns immer wieder an  unsere Grenzen bringen und uns aufzeigen "wie erleuchtet" wir wirklich sind:

 

Beziehungen - eben auch die zu unserer Familie

und

ein Team zu führen.

 

Beides führt uns immer wieder dazu, dass wir lernen dürfen uns selbst nicht so wichtig zu nehmen. Unsere Sichtweise von Richtig und Falsch wird immer wieder auf die Probe gestellt.

Und wenn eine Beziehung funktionieren soll, müssen wir uns immer wieder damit abfinden, wie unrecht wir haben. Die Erwartung, wie der andere zu sein hat. Was er tun soll um uns glücklich zu machen. All das müssen wir los lassen. Um unser Glück wirklich zu finden.

Ein verdammt kluger Coach hat mich mal gefragt, wie oft wir aufgerufen sind, unsere Beziehung los zu lassen, unsere Erwartungen in den anderen los zulassen und neu auf alles zu schauen was ist?

Auf mein Schulterzucken antwortet er klar und direkt: "Jeden verdammten Morgen!"

 

Die Lösung aus dem Dilemma

Aber wie kommen wir aus all dem heraus?

Wie schaffen wir es dem Leiden zu entkommen?

Die beste Antworten finden sich in diesen zwei Zitaten von Tony Robbins:

 

"Tausche Erwartungen gegen Dankbarkeit – und das Leiden endet" Tony Robbins

 

und

 

"Lass dich von deiner Story scheiden und heirate die Wahrheit!" Tony Robbins

 

In dem Maß wie wir akzeptieren, dass sich Dinge ändern, werden wir weniger Leiden. In dem Maß wie wir die Realität sehen - und nicht unsere Illusion - werden wir frei sein.

Einzig unsere Festhalten an dem was war, an unseren Erwartungen und unseren Plan für das Leben lässt uns leiden. Denn das Leben und die Menschen in diesem Leben sind nicht darauf programmiert unsere Erwartungen zu erfüllen. Das ist nicht ihr Job.

Seien wir dankbar für das was ist. Schauen wir neugierig auf diese Welt und was sie uns bietet. Anstatt krampfhaft darum zu kämpfen, dass alles so sein soll wie wir es gerne hätten.

Alles ändert sich. Eine simple Wahrheit. Basis der Erkenntnis des Buddha. Und doch wehren wir uns gegen diese Wahrheit mit allem was wir nur können - und selbst wenn wir sehen, wie sehr festhalten uns leiden lässt.

Was hat dieses esoterische Zeug mit der harten Geschäftswelt zu tun?

Nun sind wir einen weiten Weg gegangen. Von Facebook über fallende Riesen zum Bodhibaum und der Ursache des Leidens.

Gehen wir an den Anfang zurück. Denn was hat Buddha mit dem "Business" zu tun? Denn da geht es ja um Geld und nicht um Erleuchtung!

Wirklich?

Eine Illusion, als solche erkannt, muss sich auflösen

Ein Kurs in Wunder

Nach meiner Erfahrung gibt keinen spirituelleren Ort als die Geschäftswelt. Geld ist ein perfektes Trainingsgerät für unseren spirituellen Zustand.

Oft machen wir großartige Pläne - Umsatz, Kunden, Gewinn. Nur um dann in kurzer Zeit festzustellen, dass nichts von all dem eingetroffen ist.

Weißt Du, wie Du Gott zum Lachen bringen kannst? Erzähl ihm Deine Pläne.

Blaise Pascal

Und was machen wir dann? Quälen wir uns damit ab, dass alles anders gekommen ist? Oder schauen wir neugierig wie es jetzt läuft?

Geben wir auf, weil wir es nicht ertragen können, dass alles anders gekommen ist? Und verfallen in einen Wutanfall mit dem Leben - so nach dem Motto: "Wenn du nicht so willst wie ich gerne will - dann will ich jetzt auch nicht mehr!"

Oder schauen wir auf das was ist und entscheiden was jetzt zu tun ist? Akzeptieren wir die Wahrheit, dass alles im Fluss ist und nichts sicher? Dass die einzige Sicherheit in uns liegt?

Der Zen des Herrn Zuckerbergs

Yoga - Wellness - Steine am NordseestrandErstaunlich welche Dimensionen sich ergeben - von einem einfachen Firmenschild irgendwo im Silicon Valley hin zu tiefen Einsichten in das Leben. Da hat Herr Zuckerberg richtig gute Arbeit geleistet.

Es ist mutig sein Team immer wieder an die Vergänglichkeit zu erinnern.

Alles ist im Fluss.

Sich diesem Fluss hinzugeben, bedeutet wahres Glück und Erfüllung. Das ist Leben.

Versuchen wir diesen Fluss zu stoppen, ihn umzulenken oder gegen ihn anzuschwimmen, bedeutet es endloses Leiden.

Loslassen ist die wohl einfachste, schwerste Aufgabe in unserem Leben.

Mögen wir den Mut aufbringen dem Leben zu vertrauen und uns an der Veränderung des Lebens in all seinen Facetten zu erfreuen.

Und Leben wir das Leben, welches wir verdienen und wollen. Ein Leben im Fluss - erfüllt mit Leidenschaft und jeder Menge Spaß.

 

 

FührungBoris Thomas