Die Hauptaufgabe von Führung - bringe Gewissheit wo Unsicherheit herrscht

Bringe Gewissheit

Tony Robbins sagte einmal weise:

"Leaders bring certainty into uncertain environments."

"Führer bringen Sicherheit in unsichere Umgebungen"

Und für mich ist dies immer wieder wahrscheinlich die zentralste Aufgabe von Führung. Egal ob im privaten Bereich oder im Beruf. Ob man eine Fussballmannschaft aus der Krise führen muss (vor unserer Haustür kann man das sehr schön beim HSV verfolgen wie es nicht geht) oder ein Weltunternehmen wie Microsoft wieder auf Kurs zu bringen hat.

Immer ist dort Unklarheit:

Wohin sollen wir gehen?

Welche Entscheidung sollen wir fällen?

Und nun? Wie geht es weiter?

Warum gibt es überhaupt Führung?

Braucht denn eine Fussballmannschaft wie Bayern München, bestehend aus genialen Einzelspielern, überhaupt einen Trainer? Die können doch alle Fussball spielen?

Muss ein Team wie Google, mit den wohl kreativsten Menschen der Informationsindustrie, überhaupt von einem CEO geführt werden?

Die Antwort lautet klar: wenn alles nach Plan verläuft und die See des Lebens glatt ist - nein!

Niemand braucht Führung wenn alles gut läuft. Und man sicher ist. Dann sollte sich Führung auch nicht einmischen. Wenn Robben oder Müller vor dem Tor wirbeln und das Spiel locker für die Bayern entscheiden - tut ein kluger Trainer gut daran die Klappe zu halten.

Aber: wenn Sturm aufkommt. Pläne nicht eingehalten werden können. Unvorhergesehenes passiert. Unklarheit über den weiteren Weg besteht und niemand weiß wohin es jetzt geht.

Genau dann ist Führung wichtig - und muss Gewissheit und Sicherheit in eine Situation der Unsicherheit bringen.

Was ist Sicherheit?

Weiß ein Trainer mehr als das Team? Ist eine Führungskraft schlauer? Nein. Niemand kann mit Sicherheit sagen, was der beste Weg aus der Krise und der Unsicherheit ist.

Aber es muss jetzt irgend jemand für eine Entscheidung sorgen und den Menschen das Gefühl geben, dass es einen Weg aus der Ungewissheit gibt. Und dies ist mehr ein Gefühl als eine konkrete Tatsache.

Die politische Klasse hat versagt

Sehr schön kann man dieses am Versagen der politisches Klasse in Europa in den letzten Jahren sehen. Menschen waren tief verunsichert. Von den Flüchtlingen bis zur Bankenkrise - wie kommen wir hier jemals wieder heraus?

Aber statt Sicherheit und Klarheit zu schenken - gab es Worthülsen und schwankende Entscheidungen.

Und am Ende wählen Menschen Donald Trump zum Präsidenten - nicht weil er der besserer war - sondern weil die anderen versagt haben, klare Antworten zu geben. Wer angesichts der Wahl von Dummheit spricht hat wesentliches nicht verstanden.

Selbst ein klar ausgesprochenes: "Ich weiß selbst auch nicht was das richtige ist - aber wir gehen jetzt diesen Weg weil ich das Gefühl habe es ist der sinnvollste" - beendet Unsicherheit.

"Willst du das?"

Ich frage Nachwuchskräfte immer wieder: Willst du das? Bist du dazu bereit? Hast Du den Mut zu entscheiden - wenn es kein anderer tut?

Dazu muss man aufstehen und vortreten. Und oft ist die Lage verworren. Rechts rum oder links rum. Beides sieht ganz gut aus. Oder beides ganz schlecht. Dann kommt es darauf an und klar zu sagen: Wir gehen jetzt diesen Weg!

Führung ist eine innere Entscheidung. Ein Wahl. Und die Bereitschaft den Menschen Gewissheit zu bringen wenn Unsicherheit herrscht.

 

 

FührungBoris Thomas