7 einfache Fragen an Vorgesetzte und was gute Chefs wirklich ausmacht!

Ich bekenne mich schuldig!

"Piraten weinen nicht - sie heulen Rum!"

Ja, ich bekenne mich schuldig. Ich quäle mein Team häufiger mit Witzen wie diesem. (Hinweis: bitte mein Team auf keinen Fall auf unsere legendären Planungsmeetings ansprechen! Witzealarm vom Feinsten!)

"Haben Japaner Angst? Ja panische!"

Wird ja nicht besser, Herr Thomas!

Fragen wir uns mal ernsthaft:

Muss ein Chef lustig sein?

Und für gute Stimmung sorgen im Team?

Oft sagen mir Führungskräfte: Hey, ich bin nicht so der Spaßvogel - das ist nicht meine Art.

Meine Meinung ist das eindeutig: Niemand braucht einen witzigen Vorgesetzten!

Nichts gegen eine guten Witz - aber dies ist nicht das Kriterium für gute Führungskräfte.

Was machst du in der Krise?

Viel wichtiger ist doch, wie sich eine Führungskraft im Konfliktfall verhält. Dann, wenn es stressig wird. Und Streit ausbricht. Oder Pläne nicht eingehalten werden.

Oder gelingt es ihm das Team auf ein gemeinsames Ziel auszurichten. So das jeder weiß wohin die Reise geht.

Gute Laune mag helfen. Aber es ist nicht wesentlich. So wie ja auch keine Frau ihren Mann nach einem vorhandenen 6-Pack aussucht - jedenfalls nicht ausschließlich. 6-Pack hilft sicherlich im ersten Eindruck - aber ist definitiv für eine Frau nicht die zentrale Frage, um einen Mann als den ihren zu erwählen.

Ich habe deshalb einmal 7 Fragen zusammen gestellt, welche für mich den Kern einer guten Führungskraft ausmachen.

7 Fragen an eine Führungskraft

1. Bist du bereit zu entscheiden - auch wenn es unklar ist welcher Weg der richtige ist?

Für mich die Bereitschaft Entscheidungen zu fällen, die Kernaufgabe von Führung schlechthin.

Für den Tagesarbeit braucht niemand einen Abteilungsleiter. Jeder weiß eh, was zu tun ist.

Aber in der Unklarheit benötigt es Entscheidungen - eben dann wenn alle rätseln wohin die Reise gehen soll.

Ob die Entscheidung richtig und nicht ist, das ist zweitrangig. Aber es muss eine Entscheidung her. Damit jeder weiß wohin es weiter geht.

2. Sorgst du für eine klare Ausrichtung und Vision für das Team?

"Wer Visionen hat möge zum Arzt gehen!" soll ja Helmut Schmidt mal gesagt haben.

Grundsätzlich stimme ich ihm zu, wenn ich lese was Firmen so an "Bla-bla" in Hochglanzbroschüren als "Vision" verkaufen.

Was ich jedoch hier meine ist der Leuchtturm. Das Licht, die Morgenröte, die ein Team anleitet.

Weiß Dein Team wohin die Reise geht? Können sie jeden Tag ihre Arbeit auf dieses Ziel ausrichten?

Wo wollen wir in 3, 5 oder 7 Jahren sein? Was ist unsere Mission in der Welt?

Und kraftvolle Visionen sind immer größer als das was wir sind und was wir täglich machen. Es geht um eine Ausrichtung darauf, eine Veränderung in der Welt zu bewirken. Und das ist Aufgabe der Führung diese Ausrichtung in den Herzen und im Kopf des Teams fest zu verankern.

3. Bist du da wenn es kracht?

Wo ist die Leitung wenn die "Brocken fliegen" und es richtig Ärger gibt? Geht sie in Deckung oder ist sie an der "Front"?

Schön-Wetter-Führung braucht kein Mensch.

Führung muss da sein, wenn es schief geht und der Kunde mit Kündigung droht oder ein Projekt richtig in die Grütze geht. Vor Ort bei dem Team.

Sie muss dann Ruhe, Stabilität und Klarheit in die Situation bringen. Um zu verhindern, dass sich alles hochschaukelt.

4. Kannst du mit Fehlern souverän umgehen?

Tony Robbins sagte dann immer, wenn etwas schief geht: "Oh, etwas ist schief gegangen? Interessant! Wir können hier etwas lernen!"

Wer ausrastet und erstmal Schuld verteilt, hat es versaut als Führung.

Souverän bedeutet, zu sehen was schief gegangen ist - nichts beschönigen und nichts schlechter sehen als es ist. Alle Informationen sammeln und klar entscheiden wie das Problem gelöst werden kann.

Sollte das Problem gelöst sein - es sofort vergessen. Die Vergangenheit ist gegessen und gut ist. Aus Fehlern kann man lernen und gut ist es dafür.

5. Bist du in der Lage die Menschen in deinem Team zu erreichen?

Schaffst du es mit deinen Worten dein Team zu erreichen?

Was es dazu bedarf ist ein offenes Herz und den Mut sich als Führungskraft zu zeigen.

Das gibt den Menschen in deinem Team die Erlaubnis ebenso sich zu öffnen - und es kann Verbindung entstehen.

6. Folgen Menschen dir freiwillig?

Führung hat Folgende. Freiwillig Folgende.

Wenn Menschen Führung nicht folgen - ist Führung nicht existent.

Die Macht der Führung liegt immer im Team - nicht in der Führung. Das vergessen wir oft.

7. Bist du mehr am Morgen interessiert als am gestern?

Führung schaut in die Zukunft und erschafft Visionen in der Zukunft.

Wenn Führung zuviel Zeit mit der Vergangenheit verbringt, verliert das Team die Idee wohin die Reise geht. Das Team wird Antworten erwarten, dass Führung sagt, was in der Zukunft passiert.

Das tolle an der Vergangenheit ist, dass sie vergangen ist. Ich kann sie nicht ändern. Dem sollte sich Führung immer bewusst sein und der Vergangenheit und alten Fehlern keine gesteigerte Aufmerksamkeit schenken.

Du musst nicht witzig sein - auch wenn es hilft

Fazit dieser 7 Fragen ist: Nein, du musst nicht witzig sein um als Führungskraft erfolgreich zu sein. Auch wenn es oft hilft, dass ganze nicht zu ernst werden zu lassen.

Führung basiert auf diesen 7 Fragen und den Antworten, die wir bereit sind zu geben darauf.

Eigentlich ganz einfach, oder?

P.S. Einer muss noch sein: "Woraus besteht eine kinderlose Ehe?" "Aus Spaßvögeln!"

FührungBoris Thomas