'When they go low, we go high'

Michelle Obama hat es in ihrer inzwischen fast legendären Rede wunderbar auf den Punkt gebracht:

”Wenn Sie nach unten gehen, gehen wir nach oben!“

Hier in dem Video einmal die komplette Ansprache von ihr.

Ich hatte das große Vergnügen ihre Biografie kürzlich in die Finger zu bekommen. Nun muss man sagen es gibt spannender Biografien als diese der ehemaligen First Lady der USA. Sie war eine gute Schülerin, ist niemals sitzen geblieben und hat keine großen Drogenerlebnisse vorzuweisen. Was sie jedoch an der Seite ihres Mannes für ihr Land repräsentiert hat ist grandios. Und ganz besonders ihre Fähigkeit in ihren Reden die Menschen zu inspirieren und zu begeistern verdient höchste Anerkennung.

Und ich glaube dass dieser Satz mit dieser Weisheit – wenn sie nach unten gehen, gehen wir nach oben – gerade für den Moment gilt wenn wir in Streit geraten. Eben genau dann wenn Emotionen aufeinander krachen neigen .Menschen dazu „nach unten zu gehen“. Sie schlagen dann um sich und es kann gemein und verletzend werden. Und gerade in Krisenzeiten, wenn die Nerven blank liegen, ist diese Gefahr am größten.

Hilft nur eins: in seiner Kraft bleiben, tief Luft zu holen, vielleicht zu meditieren, und mit klarem Blick neu auf die Lage zu schauen.

Wenn Sie nach unten gehen, gehen wir nach oben.

Für mich ist dies kein Freibrief für Überheblichkeit. Es geht vielmehr darum, zu sehen aus welcher Quelle jemand so um sich schlägt, und über diesen Fehler hinweg auch seine verletzte Seele anzuerkennen. Es geht darum ebenbürtig dem anderen zu begegnen ohne jedoch sich auf das Schlachtfeld der Emotionen und Verletzungen zu begeben.

Ich habe deshalb gerade dieser Frage, „Aus welcher Quelle handelt jemand?“, ein längeres Kapitel in meinem neuen Buch gewidmet. Es ist immer wieder eine Herausforderung. Aber es lohnt sich eindeutig sich bewusst zu machen das ebenfalls „nach unten zu gehen“ die Situation wieder verbessert noch löst.

Boris ThomasFührung, Krise